Landkreistag
Nordrhein-Westfalen

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Landkreistag fordert: Krankenkassen müssen Hygienemaßnahmen gegen Krankenhauskeime bezahlen

Düsseldorf, 24.08.2010 

Nach dem Tod von drei Babys an der Universitätsklinik Mainz fordert der Landkreistag Nordrhein-Westfalen die konsequente Bekämpfung von Krankenhauskeimen durch Hygienemaßnahmen. Während zum Beispiel in den Niederlanden die Zahl der Infektionen in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt werden konnte, infizieren sich in Deutschland jedes Jahr zehntausende Menschen mit Krankenhauskeimen - und ihre Zahl steigt. Das Problem: Weil die Krankenkassen die Kosten für vorbeugende Hygienemaßnahmen nicht übernehmen, unterbleibt oft die konsequente Bekämpfung der Krankheit.

„Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass durch eine umfassende Prophylaxe in den Krankenhäusern und den ambulanten Einrichtungen die Ausbreitung von Krankenhauskeimen gestoppt werden kann", so der Beigeordnete für Gesundheit beim Landkreistag, Reiner Limbach. Zu einer effektiven Prophylaxe gehörten dabei ein systematisches „Screening", also die umfassende Untersuchung von Patienten auf Keime, intensive Hygienemaßnahmen in den Einrichtungen, die erforderliche Labordiagnostik und die Verschreibung von Medikamenten. Erste Erfolge konnten für MRSA-Netzwerke in den EUREGIO-Förderregionen in Nordrhein-Westfalen erzielt werden. „Die Erfolge sind darauf zurückzuführen, dass Krankenhäuser und Hausärzte in den Förderregionen die Möglichkeit haben, diese Maßnahmen gesondert mit den Krankenkassen abzurechnen", so Reiner Limbach weiter. „Wir fordern daher die Gesundheitspolitik auf, solche Abrechnungsmöglichkeiten überall einzuführen."

Zum Hintergrund

Der Problemkeim MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcous aureus) bedroht in zunehmenden Maße die Gesundheit der Bevölkerung. In vielen Fällen kommt es zu schwerem gesundheitlichen Leid und zu einer signifikanten Anzahl von Todesfällen. Da es erst seit kurzem eine Meldepflicht für die Erkrankung gibt, können die Zahlen nur geschätzt werden. Die Schätzungen reichen von 1.500 bis zu 40.000 Todesfällen im Jahr. Ob der Tod der Babys in Mainz durch Krankenhauskeime verursacht wurde, ist noch unklar. Die Gesundheitsämter der Kommunen legen im Rahmen der Hygieneüberwachung einen besonderen Schwerpunkt auf die MRSA-Bekämpfung. Der Städtetag NRW und der Landkreistag NRW haben ein gemeinsames Positionspapier zur MRSA-Prophylaxe herausgegeben. Das Papier kann über die Internet-Seite http://www.lkt-nrw.de// als Anlage zur Pressemitteilung heruntergeladen werden.

Der Landkreistag Nordrhein-Westfalen (LKT NRW) ist der kommunale Spitzenverband der 30 Kreise des Landes NRW und der Städteregion Aachen mit rund 11 von landesweit insgesamt 18 Millionen Einwohnern.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Pressesprecherin Christina Stausberg,

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