Landkreistag
Nordrhein-Westfalen
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Landkreistag NRW: Zweifel am Sinn zusätzlicher „Bildungslotsen" - für die Stärkung kommunaler Strukturen
Düsseldorf, 16.06.2010
Der Landkreistag Nordrhein-Westfalen stellt in Frage, ob das heute im Bundeskabinett vorgestellte neue Sonderprogramm für Schüler („Bildungslotsen") tatsächlich hilfreich ist. „Grundsätzlich ist es ja zu begrüßen, dass die Bundesregierung lerngefährdeten Jugendlichen beim Einstieg in die Berufsausbildung helfen möchte, aber wir bezweifeln, ob es sinnvoll ist, hier ein weiteres Sonderprogramm aufzulegen" sagte der Hauptgeschäftsführer des Landkreistages Nordrhein-Westfalen, Dr. Martin Klein, heute in Düsseldorf. Es gebe bereits einen unübersichtlichen Dschungel von Einzelmaßnahmen des Bundes und der Länder sowie weiterer Institutionen, die alle den Übergang von der Schule in den Beruf und die Chancen der Jugendlichen in diesem Bereich verbessern wollen.
Dieser Eindruck hat sich in den Beratungen des Werkstattgespräches des Landkreistages Nordrhein-Westfalen am gestrigen Dienstag in Düsseldorf erneut bestätigt. Die Experten der Kreise vertraten einhellig die Auffassung, dass der bestehende Angebotswirrwarr beim Übergang Schule-Beruf einer der entscheidenden Gründe ist, warum es in diesem Bereich hakt.
Zur Lösung der Problematik fordert daher Klein deshalb: „Die bestehenden Förderprogramme müssen gebündelt werden. Am besten ist es, wenn die Kommunen vor Ort selbst entscheiden können, wie sie entsprechend der spezifischen Bedarfe vor Ort Mittel zur Verbesserung des Übergangs Schule/Beruf einsetzen." Mit den Regionalen Bildungsnetzwerken, in denen alle entscheidenden Akteure in diesem Bereich zusammenarbeiten, gelinge dies in Nordrhein-Westfalen schon sehr gut. Ein besonders gelungenes Beispiel ist das Projekt „ProBe" des Hochsauerlandkreises, das sich an Hauptschüler richtet und schon nach kurzer Zeit sehr konkrete Erfolge zeigt. Noch größere Fortschritte sind jedoch erzielbar, wenn die Kommunen die Freiheit erhalten, die in diesem Bereich eingesetzten Fördermittel selbst aufgrund der örtlichen Bedarfslagen zielgerichtet einzusetzen.
Der Landkreistag Nordrhein-Westfalen (LKT NRW) ist der kommunale Spitzenverband der 30 Kreise des Landes NRW und der Städteregion Aachen mit rund 11 von landesweit insgesamt 18 Millionen Einwohnern.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Pressesprecherin Christina Stausberg, Tel. 0211.300491.120, Fax: .5120, E-Mail: presse@lkt-nrw.de, oder an Herrn Bildungsreferent Dr. Kai Zentara, Tel. 0211.300491.230.
Für Rückfragen zum Projekt „ProBe" steht Herr Müller-Thüsing vom Hochsauerlandkreis unter 0291.94.1303 zur Verfügung.
